Der Bericht zum Halbfinale
Düren überzeugt beim finalen Akt
Es war eine verkehrte Welt. Am Ende war evivo düren chancenlos. Im vierten Satz hatte die Mannschaft von Trainer Sven Anton dem VfB Friedrichshafen nicht mehr viel entgegen zu setzen.
Und trotzdem: Die Bundesliga-Volleyballer aus Düren wurden von ihrem Publikum gefeiert, als wären sie gerade dabei, den großen Favoriten doch noch in die Knie zu zwingen. Mit stehenden Ovationen verabschiedeten 1800 Zuschauer ihre Mannschaft aus der Saison. Die ist nach dem 1:3 im zweiten Halbfinale gegen Friedrichshafen vorbei. 22:25, 22:25, 25:19, 14:25 endete die Partie und damit die Saison. Die schließt Düren an der Seite von Generali Haching auf Platz drei ab. „Damit haben wir das, was wir uns vorgenommen haben, erreicht“, lautete das erste Fazit von Trainer Sven Anton. Nicht nur die Saison, sondern auch das letzte Spiel endeten im Dürener Sinne. „Wir haben drei Sätze lang soliden und guten Volleyball gespielt. Immerhin konnten wir dem VfB damit einen Satz klauen“, sagte Nicolai Kracht. „Im vierte Satz haben wir dann abgebaut. Dass das Publikum uns da trotzdem so unterstützt hat, war einfach unglaublich.“ Krachts Mannschaftskollege Stefan Hübner bezeichnete das Verhalten der Dürener Fans am Ende des Spiels als schöne Geste. „Die ganze Halle hat uns gefeiert, obwohl wir dabei waren zu verlieren. So etwas erlebst du auch nicht alle Tage.“
Dass Düren nicht den Sieg feiern konnte lag ausschließlich an der Leistung des Serienmeisters aus Friedrichshafen. Die Mannschaft von Stelian Moculescu spielte vier Sätze auf hohem Niveau und konnte vor allem in den entscheidenden Phasen der ersten beiden Durchgänge immer zulegen. Großen Anteil hatte Mittelblocker Markus Böhme. Der 2,11-Meter-Riese überzeugte nicht nur in Block und Angriff. Auch im Aufschlag punktete er häufiger als es Düren lieb sein konnte. „Dass er immer mal wieder für ein Ass gut ist wissen wir“, sagte Christian Dünnes. „Aber wenn er dann konstant gut aufschlägt, dann ist Jedem klar, dass es ganz schwer wird.“ Böhme blieb konstant gut. Dazu kam mit Nicola Rosic ein VfB-Abwehrchef, der eine Reihe von Bällen verteidigte, die in den meisten Fällen Punkte für den Gegner sind. „Wir haben darauf gehofft, dass der VfB einen nicht ganz so guten Tag erwischt. Das war aber weder im Hinspiel noch im Rückspiel der Fall“, so Dünnes. Trotzdem bäumte sich Düren nach zwei knapp verlorenen Sätzen noch einmal auf. Das 25:19 im dritten Durchgang war eine Sache des Willens. Zumindest einen Satz wollte man dem großen Favoriten klauen. Der Dürener Wille siegte – im dritten Satz. Danach übernahm der VfB, während Düren abbaute. Kein Grund zur Unzufriedenheit, wie Kapitän Christian Dünnes fand. „Wir können aus diesem Spiel und der Saison heraus gehen, ohne uns etwas vorwerfen zu müssen. Wir haben unser Bestes gegeben. Und das ist ein gutes Gefühl.“
Dieses Gefühl wurde im vierten Satz bestätigt. Obwohl Düren schon früh in Rückstand geraten war, wurde das Team vom Publikum gefeiert. „Da war früh absehbar, dass wir verlieren würden. Und trotzdem habe ich diesen Satz sehr genossen“, so Dünnes. Die stehenden Ovationen waren zugleich Anerkennung und Vorgeschmack auf die folgenden Minuten. Nach dem Spiel wurde Sven Anton nach neun Jahren als Spieler und drei Jahren als Trainer in Düren verabschiedet. Ein Bericht dazu folgt.
















