Ein Abend mit evivo

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Einzug ins Halbfinale

Düren gehört zu den besten Vier

Die Frage nach dem besten Volleyball-Team im Westen ist geklärt. Es heißt evivo düren und steht jetzt im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft.

Zwei Mal in Folge hat die Mannschaft von Trainer Sven Anton den Moerser SC mit 3:0 geschlagen. Doch im Gegensatz zum deutlichen Erfolg im Hinspiel auswärts war die zweite Partie von anderem Kaliber. Denn evivo und der MSC stellten einen neuen ARENA-Rekord auf. Noch nie in der Geschichte der ARENA Kreis Düren hat es einen derart langen Satz gegeben. 41:39 gewann Düren den zweiten Durchgang unter dem tosenden Beifall der 1600 Zuschauer. Bis dahin hatte sich ein beinahe epischer Kampf mit vielen Abwehraktionen, etlichen Führungswechseln und noch mehr Adrenalin abgespielt. Am Ende hämmerte Christian Dünnes den Ball zum 41. Punkt in das Moerser Feld. Das war die Entscheidung. Im dritten Satz spielte Düren souverän weiter, während Moers am Ende einknickte. 26:24, 41:39, 25:18 lauteten die Satzergebnisse. „Wir stehen verdient im Halbfinale“, sagte Trainer Sven Anton. „Die Mannschaft hat die ganze Saison über hart gekämpft, musste einige Tiefen überstehen. Und deswegen sind solche Höhepunkte jetzt die Belohnung dafür.“

Der Erfolg gegen Moers hatte mehrere Väter. Zum einen ist natürlich wieder Christian Dünnes zu erwähnen, der viele wichtige Angriffe im Feld versenkte. Stellvertretend für das starke Dürener Blockspiel sei Stefan Hübner mit seinen acht direkten Punkten in diesem Element genannt. Insgesamt gewann Düren das Duell 19:6. Dann war da noch Nicolai Kracht, der im zweiten Satz einige Unsicherheiten zeigte. Gleichzeitig bewies der 22-Jährige, dass er kämpfen kann. Kracht überwand den Durchhänger und trug viele wichtige Punkte zum Sieg bei. Zum guten Schluss muss Michael Olieman erwähnt werden. Der Niederländer brachte Düren im zweiten Satz alleine zurück ins Spiel. 11:18 lag seine Mannschaft hinten. Doch Dank der Aufschläge, Blocks und Angriffe des Linkshänders stand es bald 19:19. „Michael hat den Satz gerettet. Das hatte einen riesigen Einfluss“, sagte Stefan Hübner.

Im Halbfinale trifft Düren jetzt auf den Titelverteidiger VfB Friedrichshafen. Der Meister ist klarer Favorit. „Aber wenn wir so weiter machen wie zuletzt, dann muss im Halbfinale nicht unbedingt Schluss sein“, spielte der Trainer auf den deutlichen Formanstieg zum Ende der Saison hin an. Das Hinspiel steigt am 20. April um 20 Uhr in Friedrichshafen. Am 23. April um 20 Uhr wird das Rückspiel in der ARENA Kreis Düren angepfiffen.

 

 

In Satz eins führt der Gast aus Moers ständig. Die Volleyballer vom Niederrhein zeigen eine deutliche Reaktion auf die glatte Niederlage im Hinspiel. Vor allem im Aufschlag ist Moers stark. Düren dagegen hat Probleme, sein Angriffsspiel aufzuziehen und gerät über 6:8 mit 10:15 ins Hintertreffen. In der Folge ist Dünnes-Zeit: Dürens Kapitän wuchtet viele wichtige Angriffe ins gegnerische Feld. „Christian ist ein Teil der Mannschaft, wenn auch ein sehr wichtiger“, sagte Trainer Anton. Düren führte 21:19, auch weil die Abwehr immer wieder Gegenangriffe möglich macht. Den Vorteil kann evivo aber nicht nutzen. Der MSC blockt zwei Mal in Folge und gleicht zum 24:24 aus. Düren bleibt trotzdem ruhig – im Gegensatz zu Moers, dass den Satz mit einem Angriffsfehler abgibt.

 

 

Das Wackeln in der Dürener Mannschaft hört im zweiten Durchgang nicht auf. Der MSC hat es auf Nicolai Kracht abgesehen. Dürens junger Angreifer hat mit dieser Verantwortung zu kämpfen. Gute Aktionen wechseln sich mit unglücklichen ab. „Aber Nico ist nicht eingebrochen. Das war wichtig für die ganze Mannschaft“, lobte Anton den 22-Jährigen für die couragierte Leistung. Trotzdem kann Moers wegziehen, weil es immer wieder evivo-Fehler erzwingt. Beim Stande von 10:17 wechselt Anton Zuspieler Matthew Young und Angreifer Michael Olieman ein. Young erkämpft einen Punkt mit einer tollen Reaktion in der Abwehr. Olieman packt anschließend im Aufschlag eine Keule nach der anderen aus. Egal, was Moers jetzt anstellt – Olieman und evivo haben die bessere Antwort. Düren gleicht zum 19:19 aus und der längste Satz in der Geschichte der ARENA nimmt seinen Lauf. Nach insgesamt 45 adrenalinreichen und schweißtreibenden Minuten darf Düren als glücklicher Sieger jubeln.

Respekt sei dem Gegner aus Moers gezeigt. Trotz des fünften Satzverlustes in Folge steckt die Mannschaft nicht auf. Bis zum 15:15 hält der MSC mit. Danach ist Dürens Block zu mächtig. Wenn keine Dürener Hände im Weg sind, dann zeigen die MSC-Angreifer viel Respekt vor Dürens Block- und Feldabwehr. Viele Fehler sind das Resultat. Moers bricht ein, Düren gewinnt deutlich. „Wir schaffen es immer besser, nur noch von Punkt zu Punkt zu denken“, erklärte Stefan Hübner einen Grund für die starken Leistungen zuletzt. „Selbst wenn da ein, zwei Fehler passieren, dann bringt uns das nicht aus der Ruhe.“ Selbstvertrauen nennt man diesen Faktor wohl, den Düren zum rechten Zeitpunkt in die Waagschale werfen kann. Mit viel Selbstvertrauen und ohne Druck geht es jetzt in die Duelle mit Friedrichshafen.

 

 

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