Bericht zum Spiel
Im Angriff zu schwach
Ein Leistungs-Abfall zur Unzeit: Beim Auswärtsspiel gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen Bestensee ließen die Volleyballer von evivo düren all das vermissen, was sie zuletzt ausgezeichnet hatte.
„Das war unser erstes wirklich schlechtes Spiel seit längerer Zeit“, fasste Trainer Sven Anton die Partie zusammen. Seit dem 30. Dezember, um präzise zu sein. Damals spielte evivo ebenfalls mit zu vielen Fehlern und zu wenig Durchsetzungsvermögen. Die logische Konsequenz Ende Dezember und jetzt: eine 0:3-Niederlage gegen die Netzhoppers. 20:25, 21:25, 22:25 lauteten die Satzergebnisse in der Landkost-Arena in Bestensee. „Wir waren in keinem Element gut“, sagte Dürens Trainer über die bittere und folgenreiche Niederlage am drittletzten Spieltag vor dem Beginn der Endrunde. Annahme und Aufschlag seinen mäßig gewesen, ebenso wie Block und Abwehr. „Das hätten wir mit einem guten Angriff ausgleichen müssen. Aber da waren wir noch schlechter“, analysierte der Dürener Trainer die Partie. Und so kamen die Netzhoppers, gegen die evivo jetzt drei Spielzeiten lang in Folge in der Normalrunde nur Niederlagen einstecken musste, zu einem weiteren verdienten Sieg. Lediglich in den Playoffs im vergangenen Jahr konnte Düren noch zwei Mal gewinnen.
Sven Anton bezeichnete das Spiel in Brandenburg als „mächtig gewaltig frustrierend.“ Dieser Frust war seinen Spielern offenbar von Anfang an in die Glieder gefahren. Vor allem im Angriff über die Außenpositionen funktionierte nicht viel. Einzig Christian Dünnes zeigte hier Herz und eine annehmbare Leistung. „Aber wenn die Anderen dafür schlecht spielen, dann kannst du kein Spiel gewinnen“, so Anton. Das gilt vor allem dann, wenn der Gegner auf der anderen Seite hoch motiviert ist und sich gleich mehrfach das Glück des Tüchtigen verdient. „Die Netzhoppers sind eine Mannschaft, die stark abwehrt. Sie hatten mit ihren Aktionen teilweise ein wenig Glück. Aber das haben sie sich auch verdient“, ließ Dürens Trainer keinen Zweifel daran, wer die Partie zurecht gewonnen hat. In jedem Durchgang wiederholte sich das selbe Muster: Düren verwertete seine Angriffschancen nicht. „Wir hatten oft genug Einerblock-Situationen. Aber wir machen den Punkt trotzdem nicht“, sprach Sven Anton über eines der Hauptprobleme. Im ersten Durchgang führten die Gastgeber früh und marschierten ungefährdet zum Satzgewinn. Danach folgten zwei Sätze, in denen Düren führte, sich aber jeweils in der Mitte des Durchgangs den Schneid abkaufen ließ. Reagieren konnte der evivo-Trainer nicht. Außenangreifer Kamil Kacprzak wäre die einzig verbliebene Alternative gewesen. Aber der Pole musste verletzt pausieren.
So versuchte Anton im dritten Satz, mit Michael Olieman und Christian Dünnes gleichzeitig auf dem Feld zu spielen. Düren spielte zwar jetzt besser mit, weil die Angriffslast wieder mehr verteilt werden konnte. Gereicht hat´s aber trotzdem nicht zum Satzgewinn. „Wir haben am Ende wieder unsere Angriffe nicht verwertet.“ Was Anton besonders ärgerte: Die Netzhoppers hatten vor dem Spiel mit einer provokativen Berichterstattung für Stimmung gesorgt. „Mich hätte das als Spieler richtig heiß gemacht. Das war bei einigen unserer Jungs allerdings gar nicht der Fall“, bilanzierte der Trainer enttäuscht.
Die Volleyballer von der Rur haben damit die Chance, auf Platz vier in die Playoffs einzuziehen, verspielt. Jetzt geht es für evivo darum, mit den beiden letzten Liga-Spielen Platz fünf zurückzuerobern. Aufgrund der Niederlage rutschte Düren nämlich auf Rang sechs ab. Um noch einmal in der Tabelle klettern zu können, muss Düren sein Heimspiel am Samstag gegen den EnBW TV Rottenburg gewinnen und gleichzeitig darauf hoffen, dass den RWE Volleys Bottrop gegen Generali Haching keine Überraschung gelingt. Gehen beide Voraussetzungen in Erfüllung, dann steigt am letzten Spieltag zwischen Düren und Bottrop ein echtes Finale um Platz fünf. Gleichzeitig muss evivo aufpassen, dass die Netzhoppers nicht noch vorbeiziehen. Es steht also viel auf dem Spiel, bevor die Endrunde beginnt!
















