Das erste Finale gewonnen
Der Jubel war spontan und laut. Nach dem Matchball stürmte die Mannschaft in Richtung ihrer Fans. Eine Rudelbildung der Freude war die Konsequenz. Die Szene kam nicht von ungefähr. Denn der Sieg, den Mannschaft und Fans des Volleyball-Bundesligisten evivo düren bejubelten, war wichtig. Am letzten Spieltag vor dem Beginn der Playoffs gewann Düren mit 3:0 beim West-Rivalen RWE Volleys Bottrop. 25:22, 26:25, 25:23 lauteten die Satzergebnisse der Partie, in dem Viel auf dem Spiel stand. Beide Mannschaften wollten die Normalrunde als Fünfter beenden. Dieser fünfte Platz bedeutet ein angenehmeres Los im Viertelfinale. Es heißt Moerser SC. Die Auswärtsfahrt nach Moers ist ungleich kürzer als nach Berlin. Dorthin muss der Sechste aus Bottrop jetzt reisen. Die bisherigen Ergebnisse in der Liga lassen vermuten, dass die Chancen auf einen Sieg in Moers besser sind. Denn der Abstand in Punkten zwischen dem Dritten aus Berlin und dem Vierten Moers ist groß. „Das bedeutet jetzt aber keinesfalls, dass wir Moers unterschätzen dürfen. Die haben eine starke Mannschaft und stehen zu Recht auf Platz vier“, warnte evivo-Blocker Stefan Hübner davor, von guten Chancen zu sprechen.
Aber die Chancen sind besser. Das steht außer Frage. Und das liegt zum großen Teil am Auftreten der evivo-Mannschaft in Bottrop. „Wenn wir so weiter machen, dann kann das was werden“, lobte Trainer Sven Anton sein gesamtes Team. Düren hat sich als Mannschaft stark präsentiert. Im Angriff trug jeder Spieler einen Teil der Last. Die Annahme hielt, obwohl Bottrop im Aufschlag phasenweisen sehr stark war. „Kompliment an Christoph (Eichbaum) und Nikolai (Kracht). Sie müssen durchspielen, weil wir keinen Ersatz haben. Und sie haben sich nie aus der Ruhe bringen lassen und ein gutes Spiel gemacht“, lobte der Trainer. Und in der Block-Feldabwehr war Düren gleich eine ganze Klasse besser. 17 Mal packte der Dürener Block zu, sechs Mal durfte Bottrop hier jubeln. „Wir haben kühlen Kopf bewahrt, obwohl Bottrop uns mit seinen Aufschlägen immer wieder Probleme bereitet hat“, so Anton. So arbeitete sich Düren immer wieder eine Führung heraus, spielte die gesamte Partie vorne weg und gewann, obwohl Bottrop immer wieder den Anschluss schaffte. Den Titel des wertvollsten Spielers erhielt Stefan Hübner. Der evivo-Spieler blockte sieben Mal erfolgreich, hatte zudem eine Erfolgsquote von 90 Prozent im Angriff. Der Routinier gab die Auszeichnung an seine jungen Mitspieler weiter. „Jeder hat dem Druck standgehalten.“
Das Viertelfinale beginnt am Sonntag, 10. April um 15 Uhr mit dem Auswärtsspiel gegen den Moerser SC. Das Rückspiel in der ARENA Kreis Düren ist für Mittwoch, 13. April um 20 Uhr geplant.
Satz eins beginnt gut für evivo. Der Block ist omnipräsent. Schnell liegt Düren 8:2 vorne. Bottrop kann wie so oft mit starken Aufschlägen kontern. Kampa und Costa sorgen für Probleme im evivo-Spielaufbau, Bottrop bejubelt den 13:13-Ausgleich. Am Ende ist der Dürener Block zu stark. Einmal hat Jaromir Zachrich die Hände an der richtigen Stelle, dann Stefan Hübner: 25:22.
Der Spielplan für Satz zwei ist ähnlich. Düren setzt sich zwischenzeitlich ab, da alle Angreifer wenig Fehler machen und die Abwehr viele Bälle verteidigt. Die Chancen zum Gegenangriff nutzt Düren an diesem Tag über die gesamte Partie besser als Bottrop. Trotzdem gleichen die Gastgeber einen Vier-Punkte-Vorsprung bis zum 12:12 wieder aus – Dank ihres starken Aufschlags. Dann führt Düren 21:16, weil Hübner erfolgreich blockt und Christian Dünnes sowie Christoph Eichbaum stark im Gegenangriff sind. Die RWE Volleys geben sich nicht geschlagen. Allen voran der Ex-Dürener Tim Elsner bereitet evivo Probleme. Die Annahme wackelt, es steht nur noch 21:20. Wenig später gleich Alex Stein mit seinem Aufschlag sogar zum 23:23 aus. Aber Düren bleibt ruhig und verwertet den Satzball mit einem Block von Jaromir Zachrich.
Selbiges Bild in Satz drei. Düren erarbeitet sich mit Block- und Feldabwehr einen Vorsprung, Bottrop kontert mit dem Aufschlag. Diesmal ist es Bas van Bemmeln, der zwei kleine Serien startet und Bottrop wieder zurück bringt. Als Christian Dünnes einen Angriff verzieht, können die Bottroper beim 22:21 eine der wenigen Führungen bejubeln. Aber nicht lange. Hübner holt den Vorteil per Block zurück und Dünnes vollstreckt den ersten Matchball kompromisslos.