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Der Blick in die Liga

 
Attraktives Spiel am Bodensee: Durch den Sieg am Mittwochabend gegen den Moerser SC ist dem VfB Friedrichshafen der zweite Tabellenplatz nicht mehr zu nehmen. In seinem vorletzten Hauptrundenspiel gewann der Serienmeister mit 3:1 (23:25, 25:17, 25:23, 25:20). Ohne die verletzten etatmäßigen Diagonalangreifer Oliver Venno und Zoran Jovanovic brauchten die Gastgeber einen Satz, um ins Rollen zu kommen. Alles zu den beiden Mittwochsspielen und dem Kampf um die zwei vakanten Play-off-Plätze.



„Moers hat ein sehr gutes Spiel gezeigt, das haben wir erwartet“, sagte VfB-Trainer Stelian Moculescu. Doch nach dem Wachrüttler im ersten Durchgang liefen Friedrichshafens Angreifer heiß: Milos Vemic, 19 Zähler; Idi, 19 Zähler, Joao José, 16 Zähler. Marcus Böhme, der auf der ungewohnten Diagonalposition auflief, brachte es auf elf direkt verwandelte Bälle. Punktbester Akteur bei den stark aufspielenden Gästen vom Niederrhein war Youngster Marvin Prolingheuer (17 Zähler).

Einen 3:0 (25:23, 25:12, 25:22)-Erfolg fuhren die Berlin Recycling Volleys bei Chemie Volley Mitteldeutschland ein. Damit sind die Berliner nicht mehr vom dritten Platz zu verdrängen. „Das war heute eine solide Vorstellung und ein verdienter Sieg“, befand BR Volleys Coach Mark Lebedew. Punktbester Spieler der Hauptstädter war mit 14 direkten Zählern Alexander Spirovski, der für den verletzten Paul Carroll ins Team gerückt war. Doch so klar wie das Ergebnis scheint, hat Matthias Münz, Trainer der Piraten aus Sachsen-Anhalt, das Spiel nicht gesehen. „Klar war eigentlich nur der zweite Satz, da haben wir sehr schlecht angenommen. Den ersten und den dritten Satz können wir eigentlich auch gewinnen. Da führen wir bis 20 Punkte und verlieren dann jeweils. Da fehlt es uns ein wenig an Cleverness, vielleicht auch nur an Glück.”

Neben dem spannenden Derby zwischen den Netzhoppers KW-Bestensee und den BR Volleys steht am kommenden Spieltag vor allem das aufregende Rennen um die letzten Play-off-Ränge im Fokus. Zwei Spiele vor Ende der Hauptrunde beleuchtet der DVL-Presseservice die Chancen der vier Teams, die noch um einen Platz unter den besten Acht kämpfen.

VC GOTHA:
Die Thüringer haben derzeit als Tabellensiebter mit 12:24 Punkten die beste Ausgangsposition, einen der beiden vakanten Play-off-Plätze zu ergattern. Trainer Jörg Schulz sagt: „Wir brauchen voraussichtlich noch einen Sieg, da wir über ein gutes Satzverhältnis verfügen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass uns das gelingt, weil die Mannschaft sehr motiviert ist.“ Mit dem Saisonverlauf insgesamt zeigt sich Schulz bereits jetzt zufrieden. „Angesichts der bekannten finanziellen Probleme und des daraus resultierenden kleinen Kaders können wir mit dem Saisonverlauf zufrieden sein. Sicherlich haben wir uns in einigen Spielen mehr ausgerechnet, aber dafür mit den Siegen gegen Friedrichshafen oder Moers für echte Überraschungen gesorgt.” Das Restprogramm mit den Spielen gegen den Moerser SC (auswärts) und evivo Düren bezeichnet Schulz als „schwer, aber nicht unlösbar”. Schulz sagt: „Besonders Düren steht sicherlich noch mehr unter Druck als wir, weil dort die Erwartungshaltung natürlich viel höher ist.”


CV MITTELDEUTSCHLAND: Punktgleich mit Gotha, aber wegen des schlechteren Satzverhältnisses einen Rang hinter den Thüringern liegt Chemie Volley Mitteldeutschland. Damit die Piraten ihr Saisonziel Play-offs noch erreichen, ist angesichts des Restprogramms gegen Generali Haching (auswärts) und den VfB Friedrichshafen am letzten Hauptrunden-Spieltag schon ein kleines Wunder nötig. Als „extrem wacklig” bezeichnet CVM-Trainer Matthias Münz die Play-off-Chancen. „Wir werden zwar versuchen, noch den ein oder anderen Satz oder vielleicht sogar ein Spiel zu gewinnen. Aber wir müssen so realistisch sein und sagen, dass es nicht mehr von uns abhängt. Wir müssen schauen, wie die anderen spielen”, sagt Münz.

EVIVO DÜREN: Mit 10:26 Zählern steht evivo Düren nach einer bislang enttäuschenden Saison nur auf Rang neun. Trainer Söhnke Hinz sagt: „Wir sind natürlich mit dem Verlauf des Saison überhaupt nicht zufrieden. Uns sind im Laufe der Saison mit Stefan Hübner und Tim Elsner zwei der wichtigsten Spieler durch Verletzungen ausgefallen. Trotzdem müssten wir jetzt besser da stehen.” Nichtdestotrotz dürfen die Rheinländer noch auf den Einzug in die Play-offs hoffen. Die Tatsache, dass „wir immer wieder gezeigt haben, dass wir guten Volleyball spielen können, so auch im Rückspiel gegen Berlin, oder beim Sieg gegen die Netzhoppers KW vor drei Wochen”, macht Hinz Mut. „Gegen Bottrop muss am Samstag ein Sieg her, auch wenn sich die Bottroper Mannschaft in den letzten Spielen immer sehr gut aus der Affäre gezogen hat”, fordert er. Je nach den Ergebnissen der anderen Spiele kann es dann in Gotha am letzten Spieltag zu einem Finale um den Play-off-Einzug oder Platz sieben kommen.

ENBW TV ROTTENBURG: Und auch die Rottenburger – punktgleich mit evivo Düren auf Rang elf platziert – wittern noch die Chance auf einen begehrten Platz im Play-off-Feld. Wenn es nach der Sprüchequalität von Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger ginge, wären die Baden-Württemberger sogar Tabellenführer. Auf die Frage, was ihm Mut mache, eine durchwachsene Saison am Ende mit der Play-off-Teilnahme vergessen zu machen, sagt der heißblütige Trainer: „Wir rollen das Feld von hinten auf, unser Atem ist für die anderen bereits spürbar. Wir sind wie ausgehungerte Wölfe, die in einem harten, frostigen Winter viel zu wenig zu essen bekamen. Es bleibt uns überhaupt nichts anderes übrig, als alles zu reißen, was wir zwischen die Zähne bekommen.” Keine Frage: Müller-Angstenberger ist vor den letzten beiden Hauptrundenspiele gegen den TV Bühl und Absteiger RWE Volleys Bottrop heiß wie Frittenfett. „Wir denken nur noch an Sieg, nichts anderes ist in unseren Köpfen”, sagt der Trainer-Derwisch. „Was die anderen Teams machen, weiß ich nicht. Die Mitkonkurrenten sollten aber davon ausgehen, dass wir am Ende 14 Punkte haben!” Gut gebrüllt, Wolf!
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